Gemüse giftig?
Die Vorteile lektinfreier Ernährung.
Warum ich große Benefits bei dieser Ernährungsform für mich persönlich entdeckt habe, dem Darm was Gutes getan wird, sowie diese auch zu Gewichtsreduktion führen kann.
„Beschwerde frei leben durch lektinfreie Ernährung“, „lektinfrei macht mich entzündungsfrei“, „Gemüse ohne Gift - lektinfrei Kochen. Den Darm heilen, Gewicht reduzieren“ - so lauten die Buchtitel einiger Sachbücher zu genau dieser Thematik. „100 Gesichter und genau eines davon bin wirklich ich“ - so würde meine eigene Coverstory lauten. Denn aus Interesse und vor dem Gang zum Arzt habe ich alle meine „Allergieschocks“ mitdokumentiert. Um daraus für mich selbst eine Entwicklung zu erkennen, aber auch um damit letztlich ernst genommen zu werden.
Auf meine Frage „Was zur Hölle ist das?“ Habe ich nie eine Antwort allerdings Unmengen an Rezepten von Kortison und für Entwässerungstabletten erhalten. Bis ich meine Ausbildung zur Ernährungstrainerin gemacht und ich mich mit diesem Thema noch viel intensiver beschäftigt habe.
Wo die 99 + 1 Bilder nun sind? Aus Pietätsgründen und aus Grunden meines eigenen Karrierelebens habe ich mich persönlich dazu entschlossen, hierzu kein Bildmaterial in der Öffentlichkeit preis zu geben. Aber eines kann ich sagen, erschreckend, schockierend und meine Motivation „das kann nicht wirklich ich sein“ bin ich voller Tatendrang, um hier mit Euch mein lebenswertes Leben mit lektinfreier Ernährung zu teilen.
Nummer 1: Was sind Lektine?
Lektine kommen in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Beispielweise in Hülsenfrüchten, in Getreidearten, Nachschattengewächsen - wie Tomaten und Kartoffeln und in einigen Nüssen. Während viele Lektine in geringen Mengen unbedenklich und sogar gesundheitsfördernd sind - wie zum Beispiel im Knoblauch, dem heilende Wirkung zugesprochen wird; so können sie in größeren Mengen auch problematisch sein. Das interessante dabei ist, dass es in vielen Fällen auch auf die Zubereitungsart ankommt, um Lektinen letztlich den gar aus zu machen.
Nummer 2: Zu welchen Problemen können Lektine in der Ernährung führen?
Toxische Wirkung von Lektinen: Schon mal Bohnen roh verzerrt? Ich hoffe nicht! Einige Lektine, wie das Phasin in rohen Bohnen, sind toxisch und können zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder sogar zu schweren Vergiftungen führen. Das Kochen der Bohnen zerstört in der Regel das Phasin und macht sie unbedenklich.
Verdauungshindernisse: Damit können Lektine auch die Aufnahme von Nährstoffen stören, indem sie an Zuckerstrukturen in den Darmschleimhäuten binden, was die Verdauung und Nährstoffabsorption beeinträchtigen kann.
Die Dosis macht das Gift: Gegenüber unserer Vorfahren, die Lektine in größeren Mengen vertragen haben, sie waren letztlich ja daran gewöhnt, sieht es in unserer heutigen Zeit anders aus. In unserer Welt beziehen wir den Großteil unserer Kalorien aus Getreidesorten wie Weizen, Mais und Soja.
Nummer 3: Regional, saisonal einkaufen und auf traditionelle Zubereitungsarten setzen.
Zudem beziehen wir aufgrund der Globalisierung Nahrungsmittel das ganze Jahr über statt nur regional und saisonal. Traditionelle Zubereitungsarten sind im Vergleich zu hoch verarbeiteten Lebensmittel zu bevorzugen. Packungsbeilagen lesen, ist das A und O auch wenn es um lektinfreie Ernährung geht. Lieber Lebensmittel mit nur einer einzigen Zutat bevorzugen.
Nummer 4: Was passiert bei der Aufnahme von Lektinen im Körper?
Das beschreibt Dr. Steven R. Gundry in seinem Buch ausführlich: Im Darm wird dann die Produktion von Zonulin angeregt. Dieses Protein dient als Art Schlüssel und ist eine Art Verbindung zwischen den Zellen der Darmwand. Werden hingegen Lektine konsumiert, sorgen diese für eine Lockerung der Bänder zwischen den einzelnen Zellen und alle Lektine, die bisher nicht an die Darmschleimhaut angebunden wurden, strömen sie wie ein „Darmtunnel“ in den Blutkreislauf. Über ein Leaky Gut Syndrom - eine durchlässige Darmschleimhaut - werden damit Bakterien und sogenannte Lipopolysaccharide ‚freigesetzt‘ und wirken zerstörerisch.
Nummer 5: Lektine können zu Übergewicht führen
Nur ein gesunder Körper kann auch dafür sorgen, mit sich selbst im Einklang zu leben. Ähnlich verhält es sich bei der Aufnahme von Lektinen - sofern diese mit dem Darm auf Kriegsfuss stehen. In vielen Getreidesorten ist neben dem bekannten Gluten zudem Weizenkeimagglutinin enthalten. Sie zählen zu einem der aggressivsten Lektine überhaupt und werden mit Zöliakie und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Es täuscht zudem das Vorhandensein von Insulin vor. Du erinnerst Dich, Insulin - das Dickmacher Hormon aus einem meiner bisherigen Blogartikel? Es hilt den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
Nummer 6: Wie nun ernähren für mehr Lektinfreiheit?
Gute Fette bevorzugen. Natives Olivenöl extra, Avocados, Oliven, Kokosmilch zum Beispiel. Viel grünes Blattgemüse. Polyphenole (chemische Pflanzenstoffe) bringen uns einen enormen Gesundheitsnutzen. In Kombination mit gesunden Fetten zählen sie zudem zu idealen Sattmachern. Beispiele dafür. Spinat, Salat, Petersilie, u.v.m.
Nüsse in begrenzter Menge - da sie reich an Proteinen und vor allem an Fett und Kalorien sind. Empfehlenswert sind etwa Pistazien, Madadamias. Cashewkerne und Erdnüsse hingegen zählen nicht zu Nüssen und sind bei einer lektinfreien Ernährungsweise zu meiden.
Als lektinfreie Getreidesorte gilt Sorghum- und Millet-Hirse. Resistente Stärken aus Süßkartoffeln versüssen oder stärken das Ernährungsleben darüber hinaus.
Bei Geflügel gilt - wie schon so oft gehört - aus Weidehaltung sowie Omega3 Eier. Auch bei Fleisch - lieber welches von gras gefütterten Tieren. Denn was ist letztlich auch entscheidend: Wie ging es dem Tier, das wir verzehren selbst und vor allem, was hat dieses gegessen?
Bohnen haben im Vergleich beispielsweise zu Quinoa den höhsten Lektingehalt. Bei beiden kommt es auf die Zubereitungsart an. Allerdings haben nur die alten Inkas Quinoa zuerst eingeweicht und dann fermentiert, bevor sie ihn kochten. (Womit sie gleichzeitig den Lektingehalt reduzierten) Bei Bohnen und Hülsenfrüchten eignet sich die Zubereitung im Schnellkochtopf. Das lässt Lektine und damit mögliche Beschwerden reduzieren.
In diesem Sinne: Ganz viel Freude beim lektinfrei Kochen. Zu meinen 99 Bildern hat sich nur mehr ein gutes hinzugesellt, nämlich so wie ich heute bin. Glücklich in einem Leben voller lektinfreiem Genuss - und für meine eigene Bedürfnisse.
Herzliche Grüße
Eure Maxi
Dipl. Health, Fitness- und Personaltrainerin & Ernährungstrainerin
Quellen und Literaturtipps (auch inkl. Kochrezepte):
- "Gemüse ohne Gift“, Dr. Steven R. Gundry, Pengiun Random, 2024
- "Autoimmun Hilfe - Beschwerdefrei leben durch lektinarme Ernährung“, Dr. Med Simone Koch, Südwest, 2024
- "Seelenhunger - wenn Ernährung unsere Seele retten kann“, Tobias Stumpfl, Amalthea, 2024